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Wir freuen uns sehr, euch nun eins der Projekte, die wir supporten, näher vorstellen zu dürfen: Die Faradgang!

Die Faradgang ist ein Zusammenschluss aus engagierten Leuten im Kölner und Berliner Raum, die regelmäßig Veranstaltungen rund um's Rad organisieren. Besonders beliebt sind dabei die Schraubertage, an denen jeder, der oder die ein Rad benötigt, zum Werkeln und Schrauben willkommen ist. Wir haben den OrganisatorInnen ein paar Fragen gestellt. Unter anderem wollten wir wissen, wie genau ein Schraubertag abläuft, wie man Teil des Projekts werden kann und was sonst tolles im Dunstkreis der Faradgang zur Rad-Thematik stattfindet. Aber lest selbst!

Wie habt ihr als Faradgang zusammengefunden ? Was ist/war die auslösende Motivation, einen solchen Verein zu gründen?

Im Grunde war es eine klassische Schnapsidee, die wir als Freunde hatten. Wir waren immer mit den Rädern unterwegs, hatten Spaß zusammen und haben uns in kreativen Projekten ausgetobt  – eine richtige Faradgang eben. Nach und nach ist die Idee gewachsen, unsere Liebe zum Fahrrad weiterzugeben und anderen durch Mobilität ein Stück Selbstbestimmtheit, Freiheit und Lebensqualität zu ermöglichen. Und als aus der Schnapsidee ein Verein wurde, sind neue Leute dazugekommen, die Gang ist nach Berlin expandiert und jetzt sind wir knapp 20 Personen, die sich in Köln und Berlin engagieren. Vor allem aber können wir als e.V. viel öffentlich und direkter agieren, werben und umsetzen.

An wen richtet ihr euch mit eurem Engagement in erster Linie? 

An Bedürftige Menschen, die aus finanziellen, sozialen, gesundheitlichen oder politischen Gründen auf Hilfe angewiesen sind und die sich ein Fahrrad wünschen. 

Aber auch an Leute, die ein Fahrrad an uns spenden wollen oder uns bei unseren Schraubertagen - in jeglicher Form - unterstützen möchten.  

Wie läuft ein Schraubertag so ab? Wer kommt in der Regel und wie wird aus gespendeten Fahrradteilen ein verkehrstüchtiges Rad?

Im Moment sind es vorwiegend Geflüchtete, die an den Schraubertagen zu uns kommen, aber auch Nachbarn und das ein oder andere bekannte Gesicht zum helfen oder austauschen. In Köln finden diese einmal monatlich auf dem Gelände von NeuLand e.V. Gemeinschaftsgarten, statt. Wir fangen um 12 Uhr an, versammeln uns mit allen Gästen und schreiben alle Namen auf einen Zettel. Aus diesen Zetteln ziehen wir ca. 15 Personen, die mit uns ein Rad für sich fit machen können. Da wir nicht mehr Kapazitäten haben, müssen wir die Liste auf 15 Personen beschränken und auch Reparaturen von eigenen Rädern werden ausgelost. Wenn wir schneller vorankommen und noch geeignete Räder haben, losen wir weitere Namen aus.

Wichtig ist, dass jeder, der ein Rad haben möchte, dieses mit uns gemeinsam repariert. Wir haben, je nachdem wie viele Schrauber uns unterstützen, etwa fünf Stationen, an denen die Räder nach und nach verkehrstüchtig gemacht werden. Wenn das Rad dann fertig ist, erhält der/die neue BesitzerIn einen Faradgang-Fahrradpass, einen Faradgang-Aufkleber auf’s Rad sowie Lichter und Schloss und kann davonradeln. 

Aber was uns auch wichtig ist, die Faradgang ist nicht nur eine Schraubercombo. Wir interessieren uns für alles rund ums Fahrrad, begleiten beispielsweise die Bikeshorts, ein Kurzfilmfestival zum Thema Fahrrad. Dafür organisieren wir die gemeinsame Fahrradtour, an die Orte, an denen die Filme gezeigt werden. Auch beim Cologne Act waren und sind wir wieder dabei und bei diversen kleinen Veranstaltungen.

Was glaubt ihr kann ein eigenes Fahrrad für die Menschen bewirken, die euer Angebot nutzen?

Ein eigenes Fahrrad bedeutet vor allem mobil und z.B. nicht abhängig vom ÖPV zu sein. Und das ohne dafür zahlen zu müssen. Es ist ein Stück Freiheit, man kann seine Umgebung erkunden, Erledigungen machen, schneller von A nach B kommen, Dinge transportieren oder schlicht und ergreifend Spaß haben, es genießen Fahrradzufahren, die Stadt zu erkunden, den Kopf frei bekommen – alles, was einem persönlich auch am Fahrradfahren gefällt. 

Es ist schön, wenn man ein Faradgang-Rad in der Stadt entdeckt, dann weiß man, dass es genutzt wird. Und natürlich kommen die neuen Besitzer auch immer mal wieder an den Schraubertagen vorbei. Manche sind mittlerweile ein fester Bestandteil und helfen regelmäßig mit, was natürlich toll ist – so entsteht ein Faradgang-Gefühl. 

Was sind eure Pläne als Faradgang für die Zukunft? Habt ihr eine Idee, die ihr noch unbedingt umsetzen möchtet?

Hier in Köln möchten wir auch weiterhin einen monatlichen Schraubersamstag veranstalten. Das Vorgehen passen wir immer wieder an. Das Auslosen hat sich als fairste Variante in der Vergabe der Räder etabliert, aber beim Schrauben selbst, der Aufgabenverteilung, unserem Werkstattcontainer und Fahrradlager gibt es immer wieder etwas zu verbessern. Außerdem haben wir begonnen kleine Schraubernachmittage zu machen. Hier laden wir gezielt drei Gäste ein. Das macht einen noch engerer Austausch in kleiner Runde möglich. Auch das wollen wir fortführen. 

Wie kann ich mich als Privatperson beteiligen oder einbringen?

Wir suchen immer helfende Hände, die uns beim Schrauben unterstützen möchten. Dabei ist es nicht wichtig, ein Profi zu sein. Es hilft schon, wenn man Reifen flicken oder einen Bremszug nachziehen kann. Jeder ist willkommen beim Samstagsschrauben in Köln zu helfen. 

Außerdem suchen wir ständig Räder, die einen geringen Reparaturbedarf haben. 

Melden kann man sich unter mail@faradgang.de

Wir danken der Faradgang für das Interview und sind unheimlich stolz, ein solch tolles Projekt mit unserem Velosophy-Shirt unterstützen zu dürfen!

Hier geht's zum Shirt für Mädels und hier zu dem für Jungs.


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